Total verpahlt!

Friday, November 24, 2006

"ich bin Weg"

Das sind die letzten Worte aus dem Abschiedsbrief von Sebastian B., dem Amokläufer von Emsdetten vom Montag. Dieser Brief bewegt mich! Das Leben des Sebastian B. trifft mich, rührt mich, macht mich traurig. 18 Jahre, zweimal Sitzen geblieben, Internet Süchtig, Waffenfreak, dreht gerne Action/Horror Videos, liebt PC Spiele, Außenseiter. Er wollte zum Bund.

Sein Abschiedsbrief: 2 Seiten: Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Hass. „Wozu das alles?“ fragt er. „wenn man nicht mehr glücklich werden kann, und sich Tag für Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden“

Die Sinnfrage bleibt für ihn unbeantwortet: „Was bringt einem das dickste Auto, das größte Haus, die schönste Frau wenn es letztendlich sowieso für´n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt dich zu hassen, … und wenn du niemanden hast, der dich in deinem scheiß Haus besuchen kommt?“. „Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn?“ fragt er und beantwortet so gleich: „Keinen“.

In einem Profil im Internet gibt er zum Thema Religionszugehörigkeit „Atheist“ an.

Ich glaube dieser Brief trifft mich so sehr, weil er die Welt der Jugend heute gut trifft. Entweder du geht’s mit dem Leistungs/Angeber Mainstream mit oder du erkennst dass das nicht der Sinn ist und wirst Hoffnungslos (wie Sebastian).

Der Brief von Sebastian und ein anderer Eintrag im Netz von vor ein paar Jahren, schreien aber auch nach Liebe und Anerkennung. Ein Mädchen in dass er sich verliebt hatte, hat ihn ein Kumpel weggeschnappt. Freunde hatte er kaum. Über seine gut bürgerliche Familie weiß man nicht viel. Und während ich das alles schreibe, denke ich immer wieder: Hätte er nur Gott kennen gelernt!? Hätte er Christen getroffen, die ihm Liebe gegenüber bringen!? Hätte er verstanden, dass dieser Gott Lebenssinn bringt.!? Dann würden nicht mehrere Menschen schwerverletzt sein und er würde wohl noch leben.

Es gibt viele Jugendliche, wie Sebastian da draußen! So lange Staat und Kirche bei der Jugendarbeit sparen, wird es auch so bleiben. Ein Verbot von Ballerspielen setzt an der völlig falschen Stelle an. So lange wir Christen (ich inklusive) lieber kuscheln und im Mainstrem hängen und über Schöpfungstheorien diskutieren, anstatt raus zu gehen, werden vielleicht noch mehr Jugendliche sagen: „ich bin weg“.

1 Comments:

Anonymous Anonymous said...

hallo chris!
irgendwie stimmt das schon, was der amokläufer in seinem brief schreibt, was bringt mir das leben?! warum kommt keiner bei mir zu hause vorbei?! warum ruft mir keiner an?! warum können meine klassenkameraden mich nicht wie jeden anderen behandeln?!
die fragen stelle ich mir auch sehr oft! da hat er schon recht obwohl das noch lange nicht seine tat entschuldigt!
bis dann

25 November, 2006 18:53  

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